Restaurierung von Holzfenstern – praktische Tipps und Empfehlungen

Wir wissen, dass viele von Ihnen die Qualität und den Wert historischer Holzfenster schätzen, die sowohl ein einzigartiges ästhetisches Erlebnis bieten als auch für ein gesundes Raumklima sorgen. Fachgerecht restaurierte und gepflegte historische Holzfenster können noch viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauern.
In diesem Beitrag teilen wir unsere Erfahrungen mit der Restaurierung und Instandsetzung von Fenstern und geben praktische Tipps. Zu jedem Schritt haben wir ein Video des schwedischen Fensterrestaurators Peter Gantelius hinzugefügt – eines der renommiertesten Fachleute Skandinaviens.
🔨 1. Schritt – Vorbereitung des Fensters vor dem Verglasen
Nachdem die Fensterrahmen von alter Farbe befreit wurden, müssen sie mit auf etwa 60 °C erwärmtem kaltgepresstem Leinöl behandelt werden. Es wird zweimal aufgetragen, wobei jede Schicht vollständig einziehen und trocknen muss. Sobald das Leinöl vollständig getrocknet ist, werden die inneren Glasfalze mit Schellack beschichtet – dadurch wird verhindert, dass das Holz Leinöl aus dem Fensterkitt aufnimmt, sodass der Kitt elastisch und langlebig bleibt.
Anschließend kann das Glas vorbereitet werden. Nicht alle von Ihnen werden dies selbst durchführen. In diesem Video wird nur eine Technik zum Zuschneiden von Glas gezeigt, da jeder Handwerker seine eigene Vorgehensweise hat.
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🔧 2. Schritt – Einbringen des Kittbetts
Sobald der Schellack in den Glasfalzen vollständig getrocknet ist, kann das Kittbett eingebracht werden. Der Kitt muss vor der Verwendung gründlich durchgeknetet werden, damit er weich, homogen und elastisch wird. Dadurch haftet der Kitt gut am Glas und am Holzrahmen und reißt während des Trocknens nicht.
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🪟 3. Schritt – Befestigung der Glasscheibe
In diesem Schritt wird die Glasscheibe zunächst mit Keilen oder Stiften fixiert und anschließend mit feinen kopflosen Nägeln am Fensterrahmen befestigt. Die Keile sorgen sowohl für die Stabilität des Glases als auch der Fensterflügel. Handwerker verwenden hierfür häufig auch Streichhölzer, Holzspäne oder sogar Glasstreifen.
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🖐️ 4. Schritt – Auftragen des Kitts
Einige Handwerker tragen den Kitt mit einem Messer auf, andere formen kleine „Rollen“ und drücken sie mit den Fingern an. In diesem Video sehen Sie eine Technik, bei der der Kitt mit Handflächenbewegungen eingearbeitet wird – dadurch haftet er besonders gut am Glas und am Rahmen.
Es gibt nicht die eine „richtige“ Technik – entscheidend ist, dass der Kitt an allen Kontaktflächen gleichmäßig und dicht anliegt.
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🔪 5. Schritt – Glätten des Kitts
Zum Glätten des Kitts können Sie ein spezielles Kittmesser oder einen einfachen Flachmeißel verwenden. Ziel ist eine glatte, gleichmäßige Schräge von der Glaskante bis zum Rahmen.
💡 Die schräge Kittkante muss breit genug sein, um das Glas vor Regen und UV-Strahlung zu schützen und zugleich das Ablaufen von Wasser zu ermöglichen.
❗️ Achten Sie darauf, dass zwischen Glas und Kitt keine Lufteinschlüsse verbleiben – diese können Kondenswasser verursachen und die Lebensdauer des Fensters verkürzen.
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🎨 6. Schritt – Streichen mit Leinölfarbe
Der Kitt muss gestrichen werden – entweder innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftragen oder erst nach einer Wartezeit von 3–4 Wochen, wenn er vollständig getrocknet und ausgehärtet ist.
Innerhalb der ersten 24 Stunden ist der Kitt noch elastisch, sodass die Leinölfarbe tief in seine Oberfläche eindringen und eine dichte und beständige Beschichtung bilden kann. Wird die Farbe hingegen während der Trocknung des Kitts aufgetragen, also innerhalb der ersten drei Wochen nach dem Einbringen, können Mikrorisse in der Farbschicht entstehen, da der Kitt weiterhin Öl und überschüssige Feuchtigkeit abgibt.
- Die Farbe muss etwa 2 mm über die Verbindungsstelle zwischen Glas und Kitt hinaus aufgetragen werden, um eine vollständige Abdichtung zu erzielen und den Kitt vor Regen und UV-Strahlung zu schützen.
- Um die Reinigung des Glases nach dem Streichen zu erleichtern, können Sie feine Kreide verwenden, die Fett und Öl aufnimmt. Am besten lassen Sie Leinölflecken zunächst trocknen und entfernen sie erst dann vorsichtig mit einem Glasreiniger, wenn die Farbe vollständig getrocknet ist.
Wir empfehlen außerdem, der Leinölfarbe das natürliche mineralische Additiv Zinkoxid beizumischen, um selbst unter härtesten Witterungsbedingungen eine noch langlebigere und beständigere Beschichtung zu erzielen.
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Viel Erfolg bei der Restaurierung! Weitere Informationen zu unseren Produkten für die Fensterrestaurierung finden Sie im Bereich – Restaurierung von Fenstern und Türen