Restaurierung und Anstrich historischer Metallteile mit Leinölfarben

Im Gegensatz zu modernen synthetischen Beschichtungen, die häufig einen undurchlässigen Film bilden und verdeckte Korrosion begünstigen können, bieten natürliche Leinölfarben einen dauerhaften Schutz, der leicht zu pflegen und zu erneuern ist.

1. Reinigung der Oberfläche und Entfernung der Korrosionsschicht

Bei der Restaurierung historischer Metallteile besteht die wichtigste Aufgabe darin, die vorhandene Beschichtung schonend zu entfernen, ohne die darunterliegende Metallstruktur zu beschädigen. Eine der wirksamsten und zugleich schonendsten Methoden ist die Wärmebehandlung in einer Leinölseifenlösung.

  • Methode: Die Teile werden in eine Lösung aus 50 % Allbäck Leinölseife und 50 % Wasser gelegt.
  • Verfahren: Die Teile werden mehrere Stunden lang in der Lösung „gekocht“ und anschließend mehrere Stunden darin abgekühlt. Das alkalische Milieu weicht alte Farb- und Korrosionsschichten auf.
  • Mechanische Reinigung: Nach dem Kochen wird die Oberfläche mit einer Metallbürste bearbeitet, mit Wasser abgespült und sofort getrocknet, um eine unmittelbare Oxidation der Oberfläche zu vermeiden.

2. Vorbereitung und Entfettung der Oberfläche

Vor Beginn der Anstricharbeiten muss die Oberfläche trocken und fettfrei sein. Bei Metallteilen ist die richtige Wahl des Lösungsmittels von entscheidender Bedeutung.

  • Entfettung: Die Oberfläche ist mit technischem Alkohol zu behandeln. Im Gegensatz zu Testbenzin oder anderen Erdölprodukten verdunstet Alkohol vollständig und hinterlässt keine öligen Rückstände, die die Haftung der Farbe beeinträchtigen könnten.
  • Umgebungsbedingungen: Während des Anstrichs müssen die Oberflächen- und Lufttemperatur mindestens +14 °C betragen. Die relative Luftfeuchtigkeit muss unter 50 % liegen, und auf dem Metall darf sich kein Kondenswasser befinden.

3. Anstrichverfahren und technische Parameter

Allbäck-Leinölfarben enthalten keine Lösungsmittel. Das bedeutet, dass die Farbe nicht verdunstet, sondern über die gesamte Dicke der aufgetragenen Schicht aushärtet (oxidiert).

  • Auftragen: Die Farbe ist in einer sehr dünnen, gleichmäßigen Schicht aufzutragen. Es werden mindestens zwei Anstriche sowie für Leinölfarbe geeignete Pinsel empfohlen. 
  • Zusätze:  Der Farbe müssen unbedingt 10–20 % des natürlichen mineralischen Zusatzes Zinkoxid beigemischt werden (20 % bei hellen Farbtönen, 10 % bei dunklen). Dies erhöht die Härte der Schicht und ihre Beständigkeit gegen Schimmel und biologischen Abbau.
  • Oxidationsphase: Leinölfarbe trocknet bei Raumtemperatur in etwa 24 Stunden. Niedrigere Temperaturen und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit können die Trocknungszeit erheblich verlängern. 

4. Behandlung hitzebeständiger Gusseisenteile

Für die Behandlung von Ofen- und Kaminteilen wird eine spezielle Mischung verwendet: Stove Blacking, bestehend aus gekochtem Leinöl und Graphitpulver.

  • Auftragen: Die Mischung wird mit einem Pinsel oder Schwamm auf die zuvor gereinigte Oberfläche aufgetragen.
  • Abschlussphase: Überschüssiges Material wird sorgfältig mit einem weichen Tuch abgewischt. Nach der ersten Trocknung (24–48 Std.) wird die Oberfläche erhitzt, damit sich die Mischung vollständig auf der Oberfläche fixiert.

Zusammenfassung

Das Streichen von Metallteilen mit Leinölfarbe sorgt nicht nur für ein authentisches, historisches Erscheinungsbild, sondern bietet auch einen funktionalen Schutz, der leicht zu pflegen und zu erneuern ist. Im Gegensatz zu synthetischen Farben reißt Leinölfarbe mit der Zeit nicht und blättert nicht ab, sondern altert auf natürliche Weise durch Oxidation und wird dabei matt. Dadurch lässt sich der Anstrich einfach durch eine Behandlung mit gekochtem Leinöl oder Wachs auffrischen.

 

Zurück